Presse

Träume an der Tafel (Quelle: TA Lokalseite Apolda vom 12.08.2009)

Katja Kipping ist eine zierliche Person. Kaum traut man ihr die politische Härte zu, es zu solchen Ämtern geschafft zu haben. Die 31-Jährige ist Mitglied des Deutschen Bundestages und stellvertretende Bundesvorsitzende der Linkspartei. Gestern unterstützte sie fünf Stunden lang den Wahlkampf von Sandro Witt, der für die Linkspartei in den Thüringer Landtag einziehen will. Erste Station war die Apoldaer Tafel. Katja Kipping drückt artig Hände, stellt neugierige Fragen, schreibt sich viel auf und staunt. Zum Beispiel über die 800 bis 850 Menschen, für die die Tafel oft die letzte Hoffnung bedeutet. Oder über die Tatsache, dass lediglich fünf Ein-Euro-Jobber und rund 15 Ehrenamtliche die Versorgung der Bedürftigen alleine „stemmen“. Von Ursula Schleicher erfährt sie, wie es ist, von 640 Euro Rente im Monat zu leben. „Ein Bundestagsabgeordneter, der nach acht Jahren Anspruch auf eine hohe Pension erwirbt, hat oft keine Vorstellung von wirklicher Altersarmut“, räumt sie ein. Ohnehin ist Katja Kipping nicht nur erklärte Gegnerin von Hartz IV. „Langfristig müssen wir dafür sorgen, dass niemand mehr diese Tafeln braucht“, meint sie. Karin Richter, die Koordinatorin der Tafel, lächelt: „Wir müssen mit den Realitäten leben.“ Doch auch mittelfristig wüsste die Linkspolitikerin Rat: Maßnahmen der Arbeitsagentur dürften nicht auf sechs Monate begrenzt werden. Und in Berlin müsse man grundlegende Alternativen angehen, wie etwa Arbeitszeitverkürzungen. Nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister stellte Katja Kipping am Nachmittag im Frauenzentrum ihr Buch „Ausverkauf der Politik“ vor. Klaus JÄGER / Thüringer Allgemeine

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Pressemeldungen TA und TLZ zu Aktivitäten gegen Rechtsextremismus in Apolda mit Direktkandidat Sandro Witt

Quelle: TA vom 28.07.2009

Es war eine bescheidene Demonstration. Dennoch war sie eindrücklich in ihrer Warnung vor der NPD und anderen Rechtsextremen in der Landespolitik. APOLDA (kj). Der Anlass zur Kundgebung gegen die Wahlwerbung der Rechtsextremen war weggefallen. Die NPD hatte ihren Info-Stand 20 Minuten vor dem geplanten Beginn abgemeldet. Das hielt die Mitglieder des Bürgerbündnisses gegen Rechtsextremismus jedoch nicht von der geplanten Kundgebung ab. Für ein Bekenntnis gegen alte und neue Nazis brauchte man kein Feindbild nebenan. „Entscheiden: Keine Nazis in unsere Parlamente“ forderte etwa die SPD auf ihren Plakaten. Der Einsatz der Polizei, die mit relativ starken Kräften aufgefahren war, fand nicht ungeteilten Beifall. In speziellen Personenkontrollen gegenüber einigen Teilnehmern des Weimarer Antifa-Camps sah beispielsweise Sandro Witt (Linkspartei) eine „beispiellose Schikane“ gegen schwarz Gekleidete. Von den 40 in Richtung Innenstadt gestarteten Demo-Teilnehmern kamen dort nur noch 20 an. Der Rest brach die Veranstaltung ab, um nach Weimar zu fahren, wo dem Vernehmen nach die NPD eine Spontan-Demo angekündigt hatte. Auf dem Puschkinplatz forderte Witt ein längst überfälliges Verbot der NPD und den Abzug der V-Leute des Staates aus dieser Partei. Peter Franz vom Verein Prager-Haus erinnerte an die Vorgeschichte des Nationalsozialismus: „Die Nazis sind 1933 nicht vom Himmel gefallen.“ Rüdiger Bender, Landtagskandidat der Bündnisgrünen, verlangte von den Bürgern, Nazis auch Nazis zu nennen und sie nicht mit anderen Begriffen zu verbrämen. Ein offensiveres Vorgehen sei vonnöten.

Quelle: TLZ vom 28.07.2009

„NPD ist keine Wahlalternative“

Apolda. (tlz/sb) Und dann kamen sie doch nicht. Gegen 16 Uhr hatte die NPD gestern ihre Wahlkampfveranstaltung in der Apoldaer Innenstadt abgeblasen, so spontan, dass die Aktiven vom Bürgerbündnis gegen Rechts Weimarer Land an einen Trick glaubten und die Rechten schon in einer Spontandemonstration durch Weimar marschieren sahen. Dort schlugen sie aber auch nicht auf.  Einen langen Atem wird die Gruppe brauchen, um das Desinteresse zu kompensieren, das ihrem Schwerpunktthema seitens der Apoldaer Bevölkerung entgegen gebracht wird. Nur wenige waren dem Aufruf zur Gegendemo gefolgt, am Puschkinplatz blieben die Aktiven unter sich, flankiert von der Polizei, der es zuvor gelungen war, die linke Verstärkung zu vergraulen, die in Gestalt einer Gruppe Jugendlicher aus einem Workcamp in Weimar angerückt war. Entsprechend gereizt hörte sich der eine oder andere Wortbeitrag an. Am deutlichsten redete sich Sandro Witt von der DGB-Jugend seinen Unmut vom Herzen, als er zu klären versuchte, auf wessen Seite die Leute in Schwarz stehen, und rhetorisch fragte, auf welcher Seite die Leute in Grün verankert seien. Wenige Passanten blieben stehen, nur ein paar griffen zu, als ihnen Aufklärungsmaterial angeboten wurde, nur einige hörten, wie Apoldas Superintendentin Bärbel Hertel, die sich der Kundgebung angeschlossen hatte, daran erinnerte, dass Fremdenfeindlichkeit nicht vereinbar sei mit dem gelebten Evangelium: „Die NPD ist für Christen keine Wahlalternative.“ Mit Bedacht hatte das Bürgerbündnis den Platz vor dem ehemaligen Kaufhaus Kaskade gewählt, das bis in die Dreißigerjahre einem der 114 seinerzeit in der Stadt lebenden Juden gehörte – bis die SA kam, denunzierte und zerstörte.

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3 Direktkandidaten gewählt:

Die Linkspartei Apolda/Weimar hat am Sonnabend auf getrennten Mitgliederversammlungen drei Direktkandidaten für die Thüringer Landtagswahl gewählt. Im Wahlkreis 32 (Weimar) wurde Stadtrat Dr. Thomas Hartung nominiert, nachdem der Kreisvorsitzende Dirk Möller seine Kandidatur nach einem unentschieden ausgegangenen ersten Wahlgang zurückgezogen hatte. Möller kündigte an, auf der Landesliste für den Landtag zu kandidieren. DIE LINKE Apolda/Weimar wird sich auf dem Landesparteitag dafür einsetzen, dass der erfahrene Kulturpolitiker einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste erhält, der seiner Fachkompetenz und der gewachsenen Bedeutung des Kreisverbandes entspricht. Im derzeitigen Landtag ist kein LINKER Weimarer Abgeordnete vertreten.

Im Landtagswalkreis 30 (Weimarer Land I Saalfeld-Rudolfstadt III) wurde der Vorsitzende der LINKEN Kreistagsfraktion, Andreas Schuster, als Direktkandidat für den Landtag bestimmt. Er hatte keinen Gegenkandidaten. Bei der Wahl für den Direktkandidaten im Landtagswahlkreis 31 (Weimarer Land II) setzte sich der Jugendpolitiker Sandro Witt gegen Simon Ehrenreich aus Apolda durch.

   
 

 

 
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