Die „Deutsche Post DHL“ muss Menschenrechte achten! „Einsatz von Lügendetektoren ist ein Skandal!“

5. Juli 2011

Angesichts der aktuellen Zustände bei der Tochter der Deutschen Post „DHL“ veröffentliche ich folgende Erklärung und bitte um entsprechende Verbreitung und Weiterleitung….

Der BundessprecherInnenrat derAG Betrieb & Gewerkschaft der LINKEN fordert die Deutsche Post DHL (DP DHL) auf, die Menschenrechte in ihren Unternehmen weltweit zu respektieren.

Gleichzeitig solidarisieren wir uns mit der Kampagne der Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) und des internationaler Gewerkschaftsdachverband UNI global union (UNI). Die Internationale Transportarbeiter-Föderation und UNI global union haben am letzten Dienstag bei den Vereinten Nationen Beschwerde gegen den deutschen Logistikkonzern Deutsche Post DHL (DP DHL) eingereicht. DP DHL ist einer der Hauptsponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland. Bereits zum Eröffnungsspiel setzten die beiden Gewerkschaften die DP DHL unter Druck, indem sie Spielpläne verteilten, die Verstöße gegen den Global Compact in fünf verschiedenen WM-Ländern aufzeigen. Jetzt haben die beiden internationalen Gewerkschaften eine Beschwerde bei den Vereinten Nationen eingereicht, in der sie darauf hinweisen, dass sich der Konzern im Jahr 2006 den Prinzipien des „UN Global Compact“ für verantwortliches Unternehmenshandeln verpflichtet hat.

Die Beschwerde beschuldigt DP DHL mehrere dieser Prinzipien missachtet zu haben und fordert die Vereinten Nationen auf, DP DHL aus der Liste der Unternehmen, die Global Compact unterzeichnet haben, zu streichen. „DHL hat die UN-Prinzipien von Fairness in der Arbeits- und Geschäftswelt, zu denen sie sich vor fünf Jahren verpflichteten, gebrochen. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Es ist Zeit, dass sie etwas ändern und ihre globalen Verpflichtungen ernst nehmen, wenn sie als verantwortungsbewusstes Unternehmen ernst genommen werden wollen“, so der UNI Generalsekretär Philip Jennings, der die Beschwerde an die Vereinten Nationen unterzeichnet hat.

Ingo Marowsky, Koordinator für globale Organisationsarbeit bei ITF, fügt hinzu: „Wir fordern von dem Unternehmen erneut, dass es sicherstellt, dass alle 470.000 Beschäftigten anständig behandelt werden und dass die Verstöße in verschiedenen Ländern, in denen DHL tätig ist, sofort beendet werden.“ In Kolumbien und den USA, in zwei WM-Ländern, die am Samstag aufeinander trafen, verhält sich DP DHL besonders schlecht gegenüber seinen Mitarbeitern, wie aus dem Beschwerdebrief an die UN hervorgeht. In Kolumbien führt DHL Verhöre unter Einsatz von Lügendetektoren durch. Diese unwürdige Praxis verstößt gegen die Allgemeinen Menschenrechte und gegen den von DP DHL unterzeichneten UN Global Compact, stellten UNI und ITF fest. Als sie den Konzern zur Jahreshauptversammlung im Mai mit den Vorwürfen konfrontierten, zeigte sich der Vorstandsvorsitzende von Deutsche Post DHL, Frank Appel, uneinsichtig und stellte klar, die Lügendetektortest würden in „Ausnahmefällen“ auch weiterhin eingesetzt. Unterdessen berichten Beschäftigte in den USA von Diskriminierungen, Beleidigungen und mangelnden Sicherheitsstandards, die häufig zu Verletzungen führen.

UNI und ITF fordern von DP DHL eine faire und respektvolle Behandlung der Beschäftigten. Dazu gehören:

–          die Unterzeichnung eines Internationalen Rahmenabkommens, das den 470.000 DP DHL-Beschäftigten weltweit ihre Grundrechte sichert,

–          gewerkschaftliche Vertretung für die Durchsetzung würdevoller Arbeitsplätze,

–          die Förderung von Frauen in Führungspositionen und

–          die Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte

Wir unterstützen diese Forderungen von ITF und UNI uneingeschränkt und fordern alle Mitglieder der Partei DIE LINKE sowie Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in der Bundesrepublik auf, die Praktiken von DP DHL bekannt zu machen, damit der notwendige Druck entsteht, damit sich die Dinge ändern.

 

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